Tenside | Unbreakable Music Video

Big dreams - no budget

Ein Musikvideo kostet Geld. Viel mehr als die meisten denken. Das wird jedes Mal klar, wenn nach der Idee die Frage nach der Finanzierung folgt. NK Film und Tenside haben bereits vor 3 Jahren das Video zur Single "Reborn" gemeinsam produziert. Daher haben wir uns entschlossen, der Band auch diesmal wieder mit einem Sponsoring zu helfen, da die realen Kosten viel zu hoch waren.

Preproduction

Der Text von "Unbreakable" handelt von der zunehmenden Kälte unserer Gesellschaft und wir wollten mit einem aktuellen Thema darauf aufmerksam machen. Schnell wurde uns bewusst, dass wir die Flüchtlingskrise als drängenstes Problem unserer Zeit in dem Video verarbeiten wollen. Zudem sollte die Band möglichst groß in Szene gesetzt werden, weitere Sponsoren mussten gefunden werden.

Schnell hat unser langjähriger Partner Mario Baruncic von KLT Rental sich bereit erklärt, uns mit Equipment auszustatten. Auch Willy Rüther von Livetec bot uns ein Sponsoring an, sie stellten uns die Pyrotechnik zur Verfügung. Als wir mit Daniel Lazak und dem Backstage München auch noch eine geeignete Location finden konnten, war die Planung so gut wie abgeschlossen. Dazu kamen allerdings noch rund 20 Personen, teils Profis aus der Filmindustrie, teils Freunde und Bekannte. Ohne diese Manpower ist ein Projekt wie dieses nicht durchzuführen.

Production

Die Bandszenen haben wir schließlich auf dem Dach des Backstage München gedreht. Dieser Dreh war auch gleichzeitig ein Härtetest für die Sony FS-7: ein Nachtdreh, extreme Kontraste durch Flutlicht und Feuer gegen den schwarzen Nachthimmel, dazu Nebelmaschine und schnelle Bewegungen von Band und Kamera - keine einfache Aufgabe für den Sensor. Als Kamerasupport habe ich mit dem DJI Ronin Gimbal gearbeitet und fast alle Shots wurden mit dem Angenieux Cinezoom 15,5-40mm gedreht.

Die Flüchtlingsszenen gestalteten sich schwierig, weil wir zum Einen alle Jobs haben und Nachts drehen mussten. Zum Anderen wollten wir eine Wasserlandung, Jagd durch den Wald und eine Kampfszene durchführen. Mit drei Lightpanels, der Sony FS-7 und Canon EF Foto-Optiken sind wir also wie Guerilla-Krieger nachts durchs Wasser, den Dreck und den Wald gelaufen. Planbar waren die Shots nur ansatzweise, da wir nie wussten, was genau uns für Bedingungen erwarten würden.

Postproduction

Den Rohschnitt des Films habe ich mit der Multicam-Funktion von Adobe Premiere durchgeführt. Die neue verbesserte Proxy-Funktion war hier sehr hilfreich, da ich teilweise mit 24 Videostreams zeitgleich gearbeitet habe.

Technische Farbkorrektur und Grading fand in Da Vinci Resolve 12 statt. Ich habe versucht, die beiden Handlungen (Band vs. Story) sehr gegensätzlich zu graden. So bekam die Band auf dem Dach eine sehr warme Atmosphäre, die durch die Flutlichter und das Feuer bereits natürlich vorgegeben wurde. Die dunklen Bereiche habe ich mit einem Luma-Key leicht weichgezeichnet. Dadurch entsteht ein sehr dreidimensionaler und leicht verträumter Gesamteindruck. Dem gegenüber steht ein sehr entsättigter Look bei den Story-Elementen, den ich komplementär zu den Band-Szenen blau-grünlich eingefärbt habe. Etwas komplizierter war es, die Hauttöne unangetastet zu lassen, weil große Teile des Bildes vor allem in der Unterführung in diesem Farbbereich lagen. So musste ich ziemlich viele Masken manuell erstellen, doch dank des exzellenten Trackers von DaVinci Resolve hat das sehr gut geklappt.

Als wir schließlich alle mit den Farben zufrieden und glücklich waren, kam der letzte Schliff in Adobe After Effects. Hierbei habe ich die Software mit fast 500 Layern in der Main Precomp an seine Grenzen geführt. Auch wenn zu jedem Zeitpunkt nur ca. 6 Layer liegen scannt das Programm ständig alle vorhandenen Layer nach Bildmaterial, daher dauert das Navigieren durch die Composition irgendwann sehr lange. Behaltet dies im Hinterkopf und teilt die Komposition frühzeitig in kleinere Teile auf, es wird euch erheblich viel Zeit einsparen.

Nach dem Grading wirkten die Band-Szenen noch etwas leer und wir haben uns dazu entschlossen, eine aufwendige Sky Replacement Aktion zu starten. In über 40 Shots habe ich die Kamerabewegung getracked und anschließend einen Sternenhimmel eingesetzt. Die Alpha-Matte für die Band im Vordergrund konnte ich relativ gut mit einem Luma-Key erstellen, der sich über den Colorama Effekt steuern lässt.

Die Lichter der Taschenlampe im Wald, bzw. im Tunnel habe ich mit dem Optical Flares Plugin und dessen Luma-Threshold Funktion realisiert.

Wenn ihr Fragen zur Produktion oder zum Postproduktions-Workflow habt, dann schreibt es entweder in die Kommentare unten oder eine Mail an question@nk-film.de, ich antworte so schnell wie möglich.

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